Mercedesfahrerin mit Vollmeise

Mercedesfahrerin

Mercedesfahrerin mit Vollmeise

Jeden Morgen pendeln wir 80 km zur Arbeit und jeden Abend die gleiche Strecke zurück. Dabei kann man viel erleben. Heute Morgen um 10:11 Uhr gab es die bisherige Krönung. Vor uns fuhr auf der B 72 kurz hinter Hesel mit knapp 70 Stundenkilometern ein schwarzer älterer Mercedes SLK mit Leeraner Kennzeichen. Straßenglätte als Grund für das Schleichen auf der Bundesstraße fiel definitiv aus. Sobald von vorne frei war, setzten wir zum Überholen an. Weiterlesen

Endlich wieder Portugal

Portugal – Atlantik zwischen Caminha und Ancôra

Portugal ist für uns ein Ziel, das wir auch in einem zehntägigen Urlaub ansteuern würden und für das wir auch schon Italien verlassen haben und dorthin gefahren sind. Glücklicherweise hatten wir im Herbst knapp drei Wochen Zeit. Da ich mich, um dorthin zu kommen, nicht in den Flieger ab Bremen setze, sondern für mich „der Weg das Ziel“ ist, gehört auch die mehrtägige Anreise dazu. Für wen diese nicht interessant ist, kommt hier der Link zum Direkteinstieg in Portugal.

Erste Zwischenstation: Bouillon

Burg Bouillon

Am ersten Tag ging es bis nach Bouillon im Süd-Osten Belgiens, keine zwanzig Kilometer von der französischen Grenze entfernt. Dort gibt es direkt am Ufer der Semois, ein schön mäandrierendes Flüsschen, mit Blick auf die große Festungsanlage einen nett angelegten Stellplatz, von dem aus man zu Fuß in einer guten Viertelstunde im hübschen Ort ist. Die Burg Bouillon stammt aus dem 11. Jahrhundert und wurde im 17. Jahrhundert zur imposanten dreiteiligen Festungsanlage ausgebaut. Auffällig ist die doppelte Zugbrücke. Vor dem Burgtor tummelten sich trotz der Nachsaison noch einige Besucher verschiedener Nationen. Weiterlesen

Lauferlebnisse, die niemand braucht

Laufen in der Dämmerung in Begleitung eines Blödmannes

Lauferlebnisse

Adrenalin bis in die Zehenspitzen

Ältere übergewichtige Männer, die in der Dämmerung mit einer leuchtend gelben Jacke bekleidet mit dem Fahrrad unterwegs sind, wirken per se erst einmal harmlos. Wenn einer von ihnen jedoch nach Erblicken einer mittelalten Läuferin irgend etwas vor sich hin murmelt, guckt, wo der Hase langläuft und dann kurzfristig schneller wird, um vor dieser in den einsamen Weg entlang der Kleingartenkolonie einzubiegen, ist das auf einmal sehr unangenehm. Das sind Lauferlebnisse, die niemand braucht! Tausend Gedanken auf einmal spielen sich auf einmal im Kopf der Läuferin ab. Lauf gerade aus, dann bist Du ihn los. Willst Du Dir wirklich den schönsten Teil der Strecke von so einem Blödmann vermiesen lassen? Größe und Statur gecheckt? Schaffst Du es, Gas zu geben? Ist wirklich noch Luft nach oben? Du weißt, Du kannst durch die Gärten verschwinden – irgendwie. Aber denk dran: Die Strecke ist unbeleuchtet, und vermutlich ist dort kein Mensch unterwegs! Weiterlesen

Mit dem knallroten Gummiboot auf der Mecklenburgischen Seenplatte

Sommerblumen in Mecklenburg-Vorpommern

Was kann man am ersten richtig schönen Sommer-Wochenende am besten machen? Das knallrote Gummiboot ausprobieren! Wo? Am besten natürlich irgendwo in Skandinavien, alternativ aber vielleicht auf der Mecklenburgischen Seenplatte. Denn auch dort gibt es viele zusammenhängende Gewässer, die man nach Lust und Laune kreuz und quer befahren kann.
Das gefühlte Rentnerparadies Waren kann man dabei getrost außen vor lassen, aber grundsätzlich ist auch diese Ecke Mecklenburg-Vorpommerns wunderschön! Die Natur ist abwechslungsreich, allein die Elde, die uns ab Parchim immer wieder begleitete und zahlreiche Seen in diesem Gebiet durchfließt, sah zum Paddeln schon sehr verlockend aus. Auch ohne Wasser gab es viel zu sehen, denn im Sommer gibt es zur Abwechslung rote, wogende Blütenmeere aus Mohn, flankiert von einem blauen Saum Kornblumen zwischen den goldglänzenden Kornfeldern.

Kanustation Mirow

Die ersten beiden Ziele, die wir uns vorher übers Internet ausgeguckt hatten, haben wir spontan verworfen, da wir nicht als Anfänger auf dem Plauer See, der uns ein wenig rauer erschien, kentern wollten oder uns die Örtlichkeiten einfach nicht zusagten. Mirow mit dem Campingplatz mitten im Wald, mit witzigen Skulpturen und Schnitzereien und der großen Kanustation direkt am See, war die dritte Alternative, die uns sofort gefiel. Weiterlesen

Ostern im Languedoc-Roussillon

In diesem Jahr hatte sich relativ schnell herauskristallisiert, dass für den gut zweiwöchigen Urlaub mit dem Kastenwagen Ende März nur wenige Regionen in Frage kommen. Selbst das Wetter bestätigte uns bei den Überlegungen. So ging es für uns mal wieder Richtung Frankreich, Grobrichtung: Languedoc-Roussillon im Südwesten, gerne mit französischer Mittelmeerküste. Diesmal hatten wir uns schlau gemacht: In Spanien waren Ferien und in der Semana Santa, der heiligen Woche vor Ostern, haben sowieso alle frei und sind unterwegs. Die Franzosen sollten erst Anfang April mit ihren Ferien folgen – gute Voraussetzungen also.

Anreise

Wachtendonk

Historischer Ortskern Wachtendonk

Erste Zwischenstation war erneut Wachtendonk, weil es einfach günstig gelegen ist, wenn man sich arbeitsbedingt erst mittags auf den Weg machen kann und nicht irgendwo an der Autobahn übernachten möchte. Der Unterschied war, dass wir etwas früher dran waren und an einem schönen Abend Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang durch das eigentlich ganz nette Festungsstädtchen mit dem historischen Ortskern hatten. So konnten wir einen Blick auf die Burgruine mit Selfie-Point an der Niers werfen und den Enten zuschauen. Überrascht hat uns lediglich, dass wir die einzigen waren, die den Stellplatz genutzt haben.

Weiter ging es am Folgetag über Maastricht, diesmal um Liège herum bis zum Campingplatz Bannes. Die Alternative wäre Langres mit seiner wunderbar erhaltenen Altstadt hinter einer Stadtmauer gewesen, wo einer der beiden Stellplätze liegen soll. Da wir schon einige Male durch den Ort gefahren sind, haben wir uns das für eine andere Gelegenheit aufgehoben.

Moules-Frites im Wagen

Moules-Frites im Wagen

Der Camping Hautoreille in Bannes (Département Haute-Marne) war für diese Jahreszeit jedenfalls gut frequentiert und obwohl wir etwas zu spät waren, konnte ich uns noch eine Portion „Moules-frites“ (Muscheln mit Pommes: klingt blöd, schmeckt aber gut) zu acht Uhr reservieren. Vorher gab es noch ein leckeres gekühltes Bier zum Sonnenuntergang, bevor der junge sympathische Platzwart mit seinem typischen schwarzen Muscheltopf zu uns an den Wagen kam und neugierig guckte, was man denn so auf 5,41 m alles bequem unterbringen kann. Weiterlesen

Eine Bootsfahrt, die ist lustig

Ein Zweier-Kajak von der Paddel- und Pedalstation in Strücklingen, Foto: Günther Lübbers

Ein Zweier-Kajak von der Paddel- und Pedalstation in Strücklingen, Foto: Günther Lübbers

Schon im letzten Jahr hatte ich zu Dirk gesagt: „Dieses Jahr möchte ich unbedingt mal wieder paddeln!“ Vor einigen Jahren hatten wir uns in Lübbenau im Spreewald an einem verlängerten Wochenende ein quietschgelbes Zweier-Kajak geliehen und damit die tolle, zu diesem Zeitpunkt gerade sehr grüne Umgebung des vielfältigen Biosphärenreservats vom Wasser aus erkundet. Begleitet wurden wir dabei von Wasservögeln, -ratten und Otternasen. Natürlich hat das im vergangenen Jahr nicht geklappt.

Paddeln in Strücklingen

Am Himmelfahrtswochenende war das Wetter einladend, sodass wir mit dem Kastenwagen nach Strücklingen ins Saterland gefahren sind. Im Winter waren wir mal zufällig dort gelandet und haben uns den Stellplatz hinter dem Strücklinger Hof direkt bei der Paddel- und Pedal-Station angeschaut. An diesem sonnigen Abend konnten wir dort gerade noch den letzten Platz in der Reihe hinter den Wohnmobilen ergattern. Am Samstagmorgen sahen wir beim Frühstück eine Familie vor der Kanu-Station stehen und haben uns spontan dazugesellt und gemeinsam auf den großen Meister gewartet. Flugs rückte der für die Familie ein großes Kanu und für uns ein rotes Old Town Zweier-Kajak raus. Der Familienvater hatte sich zu Hause schon eine schöne Tour überlegt, wurde dann aber trocken vom Chef auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: „Läuft nicht. Wir haben gerade noch Ebbe, gleich kommt die Flut. Sie fahren dann mal schön da lang, so lange, bis es Ihnen zu anstrengend wird, gegen die Strömung anzupaddeln. An dem Bootsanleger können Sie eine Pause machen, und dann kommen Sie irgendwann wieder zurück.“ Jawoll, wir haben mitgehört und auf die Karte geguckt und wissen, wo die Wasserratte langschwimmt. Gemeinsam haben wir die Boote an die Anlegestelle gebracht und noch ein paar Instruktionen bekommen wie man nicht ins Boot steigt. Dann ging es für die Familie auch schon los. Wir brauchten ein bisschen länger, weil wir ja eigentlich noch mit dem Frühstück beschäftigt waren. Wahrscheinlich haben wir uns zu viel Zeit gelassen, wie sich später herausstellen sollte.

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Vom äußersten Nordwesten über Nordspanien nach Usedom

Endlich Urlaub: Ab nach Nordspanien

Strand auf Usedom bei Ückeritz

Strand auf Usedom bei Ückeritz

Vielleicht müssen wir es auf 51 durchgearbeitete Tage mit langen Abenden am Stück schieben, dass wir im August 2016 tatsächlich vom äußersten Nordwesten Deutschlands über Nordspanien nach Usedom gefahren sind. Gut ist es dann auf jeden Fall, wenn man nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ unterwegs ist und sich über jeden Flecken, den man bis dato noch nicht kannte, freut. Direkt nach den Gezeitenkonzerten haben wir jedenfalls den Kastenwagen gepackt, geguckt, ob sich die Großwetterlage vielleicht doch noch zu Gunsten des Baltikums geändert hat und sind dann mit dem Ziel Nordspanien losgefahren. Ich hatte mir aus der Bücherei im Winter einen Reiseführer Nordspanien ausgeliehen und faszinierende Bilder im Kopf abgespeichert. Da war die Rede von tollen, langen Sandstränden, hübschen Fischerdörfern, leckerem spanischen Essen und Löchern in Wassernähe, aus denen Fontänen emporschießen sowie tollen Radwegen und Wandermöglichkeiten u. a. in den Picos de Europa. Weiterlesen

Weihnachten wandern im Sauerland

Brilon am Rothaarsteig

Winterliches Wandern im Sauerland, hier: Blick auf Olsberg

Winterliches Wandern im Sauerland, hier: Blick auf Olsberg

Im letzten Jahr haben wir es an Weihnachten richtig gemacht. Nachdem der Sohn das Haus mit den Worten „Bis nächstes Jahr!“ verlassen hatte, haben Dirk und ich den Kastenwagen fertig gemacht, noch einmal im Internet nach den Wetterprognosen für die nächsten Tage geschaut und sind ins Sauerland gefahren. Wir wollten ein paar Tage raus, ein bisschen wandern oder uns am Wasser den Kopf durchpusten lassen. An der Ostsee war es zu kalt, in Nordholland regnete es, also musste ein anderes Ziel her. Ein Blick auf die Karte mit den Zielvorgaben „Wald“ und „nicht zu weit weg“ plus parallele Suche auf dem Handy nach halbwegs trockenem Wetter ergab das Ziel Brilon im Hochsauerlandkreis. Weder Dirk noch ich waren schon einmal dort, und vermutlich wären wir auch nicht dort gelandet, wenn nicht der ganzjährig geöffnete Campingplatz und die Aussicht auf ein paar nette Wandertouren gelockt hätten. Schließlich liegt Brilon zu Beginn des Rothaarsteigs, von dem selbst wir Flachlandtiroler schon gehört hatten. Weiterlesen

15 Jahre Ostfriesische Landschaft

Ein persönliches Resümee

Eine Weihnachtsfeier der Ostfriesischen Landschaft, damals noch als Angestellte der Kulturagentur

Eine Weihnachtsfeier der Ostfriesischen Landschaft, damals noch als Angestellte der Kulturagentur

15 Jahre Ostfriesische Landschaft. Wer hätte das gedacht? Ich wohl am allerwenigsten, als ich mich während meiner Elternzeit Anfang November 2000 dort in der Kulturagentur vorgestellt habe und offensichtlich auf Uda von der Nahmer, Dirk Lübben und Willem Kuppers einen guten Eindruck gemacht habe. Angefangen habe ich dann, nachdem ich die Unterbringung meines Sohnes dank Oma und Opa sichergestellt hatte, am 7. November 2000. Die ersten beiden Monate war ich über meinen damaligen Arbeitgeber, Zeitarbeit Astrid Janßen, dann direkt bei der Ostfriesischen Landschaft angestellt. Angedacht war eine kurze Aushilfstätigkeit. Einiges hat sich seitdem getan. Aus 19 Stunden wurden schnell 19,5, dann noch im Sommer 2001 25 Stunden, irgendwann 32, und seit etwa acht Jahren arbeite ich wieder Vollzeit. Nicht geändert hat sich hingegen die Tarifstufe, aber die teile ich ja mit vermutlich mehr als 50 % der Kolleginnen und Kollegen. Zwei der damaligen Leithammel der Kulturagentur sind schon nicht mehr da. Dirk Lübben leitet seit November 2008 das Landschaftsforum, und glücklicherweise konnte ich mit ihm gemeinsam „nach unten“ wechseln. Weiterlesen

KZ Engerhafe – Das Grauen direkt nebenan

Besuch der Gedenkstätte KZ Engerhafe

DAS Bild zur Gedenkstätte KZ Engerhafe "Lager und Kirche" von Herbert Müller

DAS Bild zur Gedenkstätte KZ Engerhafe „Lager und Kirche“ von Herbert Müller

Durch Zufall hatten wir die Gelegenheit, im Steinhaus der Kirchengemeinde Engerhafe eine Ausstellung (im Werden) zum Konzentrationslager Neuengamme, Außenstelle Engerhafe zu besichtigen. Zurzeit ist diese nur Mittwochsnachmittags geöffnet. Wir hatten bei der Besichtigung des Gulfhofs Ihnen sowie der Kirche Johannes der Täufer das Schild an der Straße gesehen und neugierig geschaut. Als Maler und Mitglied des Vereins Gedenkstätte KZ Engerhafe e.V. Herbert Müller uns sah, lud er uns gleich ein, gemeinsam mit zwei Damen aus Aurich an einer Führung durchs Haus teilzunehmen. Er erklärte just anhand eines Modells des Barackenlagers im Erdgeschoss, dass das Lager Engerhafe bereits 1942 errichtet und im Rahmen der Operation Todt zeitweilig bis zu 400 niederländische Arbeitskräfte in ihm untergebracht worden waren. Im Oktober 1944 jedoch wurden dort unter unvorstellbaren Zuständen 2.000 (!) zumeist politische Häftlinge (die mit den roten Winkeln gekennzeichneten) unter katastrophalen hygienischen Bedingungen zusammengepfercht, die um Aurich herum einen Panzergraben, den sogenannten „Friesenwall“ erstellen sollten. Weiterlesen