Archiv der Kategorie: Unterwegs

Gerne bin ich einfach unterwegs, ob auf meiner Laufrunde, der Fahrt zur Arbeit, mit dem Fahrrad oder mit dem Kastenwagen. Da man dabei fast immer etwas erlebt, war mir das eine eigene Rubrik in meinem Blog wert. Hier kann ich neben Berichten über ausgedehntere Touren (z. B. „Auf dem Landweg nach Griechenland“) auch mal meinen Ärger über die schlechte Beleuchtung entlang meiner 10-km-Strecke (schon zu Beginn der lichtarmen Saison waren ca. die Hälfte aller Straßenlaternen entlang einer langen, dunklen Straße kaputt) oder über Mitmenschen, die sich daneben benehmen, loswerden. Vielleicht kommt für den einen oder anderen aber auch mal ein netter Bericht über eine schöne Tour in die nähere Umgebung dabei heraus: So ist zumindest die Idee!

Mal kurz Meer sehen

Ab an die Côte d’Azur

Meer sehen

Am Meer mit Blick auf Fréjus und St. Raphael

Als Küstenkind habe ich seltsamerweise zwar häufig Sehnsucht nach Meer, aber eigentlich nie nach der Nordsee. Für mich darf das Wasser gerne nicht matschig-grau, sondern blau in allen Nuancen sein. Darauf kann ich dann so lange schauen, bis sich der sogenannte „blöde Blick“ einstellt, was übersetzt gleichbedeutend mit „Urlaubsfeeling“ ist. Im Frühjahr war nur wenig Zeit, in der wir uns erneut im Languedoc – natürlich mit Zwischenstation am Meer – herumgetrieben haben, sodass sich ein eigener Blogpost dafür nicht lohnte.  Seitdem haben wir sehnsüchtig auf das kleine Zeitfenster (maximal zehn Tage) im Oktober gewartet. Direkt nach einem Leistungsnachweis für meine Weiterbildung und mit der laut tickenden Deadline für die dazugehörige Facharbeit ging es los in den sonnigen Süden mit Ziel Côte d’Azur, ab ans Meer. Weiterlesen

Endlich wieder Portugal

Portugal – Atlantik zwischen Caminha und Ancôra

Portugal ist für uns ein Ziel, das wir auch in einem zehntägigen Urlaub ansteuern würden und für das wir auch schon Italien verlassen und dorthin gefahren sind. Glücklicherweise hatten wir im Herbst knapp drei Wochen Zeit. Da ich mich, um dorthin zu kommen, nicht in den Flieger ab Bremen setze, sondern für mich „der Weg das Ziel“ ist, gehört auch die mehrtägige Anreise dazu. Für wen diese nicht interessant ist, kommt hier der Link zum Direkteinstieg in Portugal.

Erste Zwischenstation: Bouillon

Burg Bouillon

Am ersten Tag ging es bis nach Bouillon im Süd-Osten Belgiens, keine zwanzig Kilometer von der französischen Grenze entfernt. Dort gibt es direkt am Ufer der Semois, ein schön mäandrierendes Flüsschen, mit Blick auf die große Festungsanlage einen nett angelegten Stellplatz, von dem aus man zu Fuß in einer guten Viertelstunde im hübschen Ort ist. Die Burg Bouillon stammt aus dem 11. Jahrhundert und wurde im 17. Jahrhundert zur imposanten dreiteiligen Festungsanlage ausgebaut. Auffällig ist die doppelte Zugbrücke. Vor dem Burgtor tummelten sich trotz der Nachsaison noch einige Besucher verschiedener Nationen. Weiterlesen

Mit dem knallroten Gummiboot auf der Mecklenburgischen Seenplatte

Sommerblumen in Mecklenburg-Vorpommern

Was kann man am ersten richtig schönen Sommer-Wochenende am besten machen? Das knallrote Gummiboot ausprobieren! Wo? Am besten natürlich irgendwo in Skandinavien, alternativ aber vielleicht auf der Mecklenburgischen Seenplatte. Denn auch dort gibt es viele zusammenhängende Gewässer, die man nach Lust und Laune kreuz und quer befahren kann.
Das gefühlte Rentnerparadies Waren kann man dabei getrost außen vor lassen, aber grundsätzlich ist auch diese Ecke Mecklenburg-Vorpommerns wunderschön! Die Natur ist abwechslungsreich, allein die Elde, die uns ab Parchim immer wieder begleitete und zahlreiche Seen in diesem Gebiet durchfließt, sah zum Paddeln schon sehr verlockend aus. Auch ohne Wasser gab es viel zu sehen, denn im Sommer gibt es zur Abwechslung rote, wogende Blütenmeere aus Mohn, flankiert von einem blauen Saum Kornblumen zwischen den goldglänzenden Kornfeldern.

Kanustation Mirow
Die ersten beiden Ziele, die wir uns vorher übers Internet ausgeguckt hatten, haben wir spontan verworfen, da wir nicht als Anfänger auf dem Plauer See, der uns ein wenig rauer erschien, kentern wollten oder uns die Örtlichkeiten einfach nicht zusagten. Mirow mit dem Campingplatz mitten im Wald, mit witzigen Skulpturen und Schnitzereien und der großen Kanustation direkt am See, war die dritte Alternative, die uns sofort gefiel. Weiterlesen

Ostern im Languedoc-Roussillon

In diesem Jahr hatte sich relativ schnell herauskristallisiert, dass für den gut zweiwöchigen Urlaub mit dem Kastenwagen Ende März nur wenige Regionen in Frage kommen. Selbst das Wetter bestätigte uns bei den Überlegungen. So ging es für uns mal wieder Richtung Frankreich, Grobrichtung: Languedoc-Roussillon im Südwesten, gerne mit französischer Mittelmeerküste. Diesmal hatten wir uns schlau gemacht: In Spanien waren Ferien und in der Semana Santa, der heiligen Woche vor Ostern, haben sowieso alle frei und sind unterwegs. Die Franzosen sollten erst Anfang April mit ihren Ferien folgen – gute Voraussetzungen also.

Anreise

Wachtendonk

Historischer Ortskern Wachtendonk

Erste Zwischenstation war erneut Wachtendonk, weil es einfach günstig gelegen ist, wenn man sich arbeitsbedingt erst mittags auf den Weg machen kann und nicht irgendwo an der Autobahn übernachten möchte. Der Unterschied war, dass wir etwas früher dran waren und an einem schönen Abend Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang durch das eigentlich ganz nette Festungsstädtchen mit dem historischen Ortskern hatten. So konnten wir einen Blick auf die Burgruine mit Selfie-Point an der Niers werfen und den Enten zuschauen. Überrascht hat uns lediglich, dass wir die einzigen waren, die den Stellplatz genutzt haben.

Weiter ging es am Folgetag über Maastricht, diesmal um Liège herum bis zum Campingplatz Bannes. Die Alternative wäre Langres mit seiner wunderbar erhaltenen Altstadt hinter einer Stadtmauer gewesen, wo einer der beiden Stellplätze liegen soll. Da wir schon einige Male durch den Ort gefahren sind, haben wir uns das für eine andere Gelegenheit aufgehoben.

Moules-Frites im Wagen

Moules-Frites im Wagen

Der Camping Hautoreille in Bannes (Département Haute-Marne) war für diese Jahreszeit jedenfalls gut frequentiert und obwohl wir etwas zu spät waren, konnte ich uns noch eine Portion „Moules-frites“ (Muscheln mit Pommes: klingt blöd, schmeckt aber gut) zu acht Uhr reservieren. Vorher gab es noch ein leckeres gekühltes Bier zum Sonnenuntergang, bevor der junge sympathische Platzwart mit seinem typischen schwarzen Muscheltopf zu uns an den Wagen kam und neugierig guckte, was man denn so auf 5,41 m alles bequem unterbringen kann. Weiterlesen

Eine Bootsfahrt, die ist lustig

Ein Zweier-Kajak von der Paddel- und Pedalstation in Strücklingen, Foto: Günther Lübbers

Ein Zweier-Kajak von der Paddel- und Pedalstation in Strücklingen, Foto: Günther Lübbers

Schon im letzten Jahr hatte ich zu Dirk gesagt: „Dieses Jahr möchte ich unbedingt mal wieder paddeln!“ Vor einigen Jahren hatten wir uns in Lübbenau im Spreewald an einem verlängerten Wochenende ein quietschgelbes Zweier-Kajak geliehen und damit die tolle, zu diesem Zeitpunkt gerade sehr grüne Umgebung des vielfältigen Biosphärenreservats vom Wasser aus erkundet. Begleitet wurden wir dabei von Wasservögeln, -ratten und Otternasen. Natürlich hat das im vergangenen Jahr nicht geklappt.

Paddeln in Strücklingen
Am Himmelfahrtswochenende war das Wetter einladend, sodass wir mit dem Kastenwagen nach Strücklingen ins Saterland gefahren sind. Im Winter waren wir mal zufällig dort gelandet und haben uns den Stellplatz hinter dem Strücklinger Hof direkt bei der Paddel- und Pedal-Station angeschaut. An diesem sonnigen Abend konnten wir dort gerade noch den letzten Platz in der Reihe hinter den Wohnmobilen ergattern. Am Samstagmorgen sahen wir beim Frühstück eine Familie vor der Kanu-Station stehen und haben uns spontan dazugesellt und gemeinsam auf den großen Meister gewartet. Flugs rückte der für die Familie ein großes Kanu und für uns ein rotes Old Town Zweier-Kajak raus. Der Familienvater hatte sich zu Hause schon eine schöne Tour überlegt, wurde dann aber trocken vom Chef auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: „Läuft nicht. Wir haben gerade noch Ebbe, gleich kommt die Flut. Sie fahren dann mal schön da lang, so lange, bis es Ihnen zu anstrengend wird, gegen die Strömung anzupaddeln. An dem Bootsanleger können Sie eine Pause machen, und dann kommen Sie irgendwann wieder zurück.“ Jawoll, wir haben mitgehört und auf die Karte geguckt und wissen, wo die Wasserratte langschwimmt. Gemeinsam haben wir die Boote an die Anlegestelle gebracht und noch ein paar Instruktionen bekommen wie man nicht ins Boot steigt. Dann ging es für die Familie auch schon los. Wir brauchten ein bisschen länger, weil wir ja eigentlich noch mit dem Frühstück beschäftigt waren. Wahrscheinlich haben wir uns zu viel Zeit gelassen, wie sich später herausstellen sollte.

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Vom äußersten Nordwesten über Nordspanien nach Usedom

Endlich Urlaub: Ab nach Nordspanien

Strand auf Usedom bei Ückeritz

Strand auf Usedom bei Ückeritz

Vielleicht müssen wir es auf 51 durchgearbeitete Tage mit langen Abenden am Stück schieben, dass wir im August 2016 tatsächlich vom äußersten Nordwesten Deutschlands über Nordspanien nach Usedom gefahren sind. Gut ist es dann auf jeden Fall, wenn man nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ unterwegs ist und sich über jeden Flecken, den man bis dato noch nicht kannte, freut. Direkt nach den Gezeitenkonzerten haben wir jedenfalls den Kastenwagen gepackt, geguckt, ob sich die Großwetterlage vielleicht doch noch zu Gunsten des Baltikums geändert hat und sind dann mit dem Ziel Nordspanien losgefahren. Ich hatte mir aus der Bücherei im Winter einen Reiseführer Nordspanien ausgeliehen und faszinierende Bilder im Kopf abgespeichert. Da war die Rede von tollen, langen Sandstränden, hübschen Fischerdörfern, leckerem spanischen Essen und Löchern in Wassernähe, aus denen Fontänen emporschießen sowie tollen Radwegen und Wandermöglichkeiten u. a. in den Picos de Europa. Weiterlesen

Weihnachten wandern im Sauerland

Brilon am Rothaarsteig

Winterliches Wandern im Sauerland, hier: Blick auf Olsberg

Winterliches Wandern im Sauerland, hier: Blick auf Olsberg

Im letzten Jahr haben wir es an Weihnachten richtig gemacht. Nachdem der Sohn das Haus mit den Worten „Bis nächstes Jahr!“ verlassen hatte, haben Dirk und ich den Kastenwagen fertig gemacht, noch einmal im Internet nach den Wetterprognosen für die nächsten Tage geschaut und sind ins Sauerland gefahren. Wir wollten ein paar Tage raus, ein bisschen wandern oder uns am Wasser den Kopf durchpusten lassen. An der Ostsee war es zu kalt, in Nordholland regnete es, also musste ein anderes Ziel her. Ein Blick auf die Karte mit den Zielvorgaben „Wald“ und „nicht zu weit weg“ plus parallele Suche auf dem Handy nach halbwegs trockenem Wetter ergab das Ziel Brilon im Hochsauerlandkreis. Weder Dirk noch ich waren schon einmal dort, und vermutlich wären wir auch nicht dort gelandet, wenn nicht der ganzjährig geöffnete Campingplatz und die Aussicht auf ein paar nette Wandertouren gelockt hätten. Schließlich liegt Brilon zu Beginn des Rothaarsteigs, von dem selbst wir Flachlandtiroler schon gehört hatten. Weiterlesen

Frankreich-Rundtour Frühjahr 2015

Verspätete Abfahrt zu Beginn

Typische Bauweise in der Normandie

Typische Bauweise in der Normandie

Seit Anfang des Jahres dürfen bei Kastenwagen die Gasflaschen innen nicht mehr im Wagen befüllt werden, sondern benötigen einen extra eingebauten Außenanschluss. „Nützt ja nichts!“, sagt man bei uns so schön. Und es gibt da ja den Kastenwagenmann unseres Vertrauens, der diesen flugs einbauen kann. Womit wir nicht gerechnet hatten, waren Überbelastung und verdiente Urlaubstage des TÜV-Prüfers, der diesen Einbau abnehmen musste. So verkürzte sich unser Urlaub mal eben um eine Woche, die wir gerne genutzt hätten, um bis nach Portugal zu fahren, wo die Wetterprognosen uns Temperaturen um die 25°C und reichlich Sonne versprachen. Also wurde in der Wartezeit umdisponiert, ein Museum besucht und die Reiseführer für Frankreich hervorgekramt. Weiterlesen

Dötlingen ist immer einen Ausflug wert

Die Hunte bei Dötlingen

Die Hunte bei Dötlingen

Manchmal sollte man nicht überlegen, ob es sich lohnt, von Freitagnachmittag bis Samstagmorgen irgendwo hinzufahren, sondern es einfach machen – vor allem, wenn die Wetterprognosen einen wunderschönen Freitagnachmittag versprechen und Regen für den Rest des Wochenendes, die Woche drauf und den kommenden Sonnabend und Sonntag. Also haben wir am letzten Aprilwochenende nicht lange gefackelt, ein paar Sachen fürs Frühstück in den Kühlschrank unseres Kastenwagens gepackt, Wasser aufgefüllt und sind nach Dötlingen gefahren. Oldenburg haben wir auf diese Weise nicht ganz verlassen, da Dötlingen noch zum Landkreis Oldenburg gehört. Die Gemeinde liegt in der Wildeshauser Geest und wird an der gesamten Westseite von der Hunte begrenzt, die hier sehr viel natürlicher ist als man sie in Oldenburg direkt kennt.

Der Fluss war Ziel eines längeren Spaziergangs an diesem schönen Frühlingstag. Nachdem wir den Wagen auf einem Parkplatz im Ort abgestellt hatten, liefen wir an der Schule und der Kirche vorbei in Richtung Hunte. Wir waren faul und folgten einfach dem ausgeschilderten Huntepadd, der uns zuerst oberhalb des Flusses auf einem sehr netten Weg mitten durch den Wald führte. Dort wären wir fast auf eine Blindschleiche getreten, die sich mitten auf dem Pfad sonnte.

Eine kleine Blindschleiche (Anguis fragilis) beim Sonnenbad

Eine kleine Blindschleiche (Anguis fragilis) beim Sonnenbad

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Ein kurzer Schwedentrip

Übernachtung am Nord-Ostsee-Kanal

Übernachtung am Nord-Ostsee-Kanal

Im letzten Jahr lagen die Sommerferien erst- und letztmalig so günstig für uns, dass wir uns zu dritt auf den Weg in einen richtigen Sommerurlaub machen konnten. Unser Festival war schon zu Beginn der Ferien zu Ende, sodass wir in Ruhe die wichtigsten Dinge erledigen und uns auf den Weg in den Norden machen konnten. Sonst sind wir ja eher deutlich früher oder später im Jahr unterwegs, sodass Skandinavien den südlichen Ländern mit der möglichen Wärme einfach nicht den Rang ablaufen konnte, und dabei ist doch Schweden eigentlich meine zweite Heimat. Ich liebe die Natur und Sprache, kenne viele nette Menschen, war allerdings schon viele Jahre nicht mehr dort, sodass ich schon ein wenig Heimweh verspürt habe.
An einem Donnerstagabend im August fuhren wir los, mit dem Ziel, auf jeden Fall noch über die Elbe zu kommen. Unsere Idee war, evtl. auf dem Parkplatz hinter der Fähre von Wischhafen nach Glückstadt zu übernachten, aber dafür war es noch zu früh, bzw. wir waren noch zu fit. Vielleicht erschien uns die Begleitung auch nicht so angenehm, und manchmal ist es dann besser, weiterzufahren! Aufgrund mehrerer Baustellen fuhren wir ein wenig im Kreis und gaben dann in Hochdonn entnervt auf. Dort sollte es einen Stellplatz für Wohnmobile geben. Als wir ihn auf der anderen Seite des Nord-Ostsee-Kanals liegen sahen (nur weiße große Dickschiffe und voll), haben wir spontan direkt vor der Fähre umgedreht und uns ein etwas schöneres, abgelegenes Plätzchen gesucht und unser mitgenommenes Abendbrot bei einer Dose Bier (geht auch!) und dem Blick aufs Wasser und die Schiffe genossen. Weiterlesen